20130421 182237 IMGDieses Projekt habe ich einige Zeit vor Beginn meiner Ausbildung in Angriff genommen. Ich habe versucht, einen alten Vitrinenschrank zu restaurieren, der seit langem im Besitz meiner Familie war.

Er besteht aus Eiche und eichenfurniertem Kiefernholz. Die Vitrinentüren sind mit Zapfenbändern angeschlagen, die Außentüren mit Klavierbändern (!). Der Schubkasten ist einfach geführt, die Fachböden liegen auf Zahnleisten. Beim Glas handelt es sich um altes, geschliffenes Bleikristallglas.

Meine rudimentären Kenntnisse zur Aufarbeitung stammten aus meiner Zeit als Matrose auf historischen Segelschiffen im Jahre 2004 in Holland.

Ich habe den Schrank soweit wie möglich in Einzelteile zerlegt, jedoch noch stabile Leimverbindungen so belassen.

Anschließend habe ich alle Einzelteile mit Salmiakgeist (Ammoniaklösung) und einem... Stahlschwamm/Topfschrubber abgerieben, um den alten Lack und die alte Beize zu entfernen.

Was ich natürlich nicht wußte zu dem Zeitpunkt war, dass Metall und Gerbsäure miteinander reagieren. Es kommt zu Oxidationsflecken bzw. schwarz-bläulichen Verfärbungen. Da ich aber die gesamte Oberfläche behandelt habe, wurde auch die gesamte Oberfläche dunkler - während der Salmiakgeist gleichzeitig als Bleiche fungierte.

Ohne es zu wissen, habe ich also die "Patina" des Schrankes verstärkt und gleichzeitig ein positives Beizbild geschaffen...

Nach dem Wässern/Abbeizen/oxidieren habe ich den Schrank in 3 oder vier Schritten bis Korn P240 geschliffen.

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Anschließend habe ich alle Teile wieder verleimt und zusammengesetzt. Nicht repartiert habe ich, mangels der entsprechenden Kenntnisse, das Deckfurnier auf dem Korpusdeckel (beschädigt durch jahrelanges Übergießen daraufstehender Topfpflanzen).

Ganz zum Schluß haben meine Frau und ich alle Teile geölt. Ich finde, das Ergebnis kann sich sehen lassen, auch, wenn ich heute vieles anderes machen würde...